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 Kultur
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Kulturpolitische Ziele und Zwischenbilanz

Referat für Kultur, Jugendkultur und Sport der Stadt Augsburg

 

Peter Grab, Bürgermeister

Referent für Kultur, Jugendkultur und Sport

 

 

 

Zielsetzungen 2008 - 2014

Unabhängig von den nachstehenden kulturpolitischen Zielen soll das Potential der Kultureinrichtungen und Akteure in Gemeinschaftsprojekten gebündelt werden (zum Beispiel Brecht-Festival: Beteiligung unter anderem des Theaters, des Popkulturbeauftragten und der Brecht-Forschungsstätte). Die Konzepte des Brecht- und des Friedensstadt-Festivals wurden entsprechend modifiziert. Die Augsburger Alleinstellungsmerkmale (insbesondere Brecht, Frieden und Mozart) sollen weiter gestärkt werden. Im Wesentlichen bestimmen drei Aspekte die aktuelle Kulturpolitik:

 

 

1)

Die interkulturelle Öffnung der städtischen Kultureinrichtungen soll forciert und intensiviert werden.

Angesichts der Tatsache, dass inzwischen 40 % aller Augsburger einen Migrationshintergrund haben, gilt es, den Zugang zu kultureller Bildung für alle zu ermöglichen und damit letztendlich die Zukunftsfähigkeit und die Entwicklungsmöglichkeiten der lokalen Kulturlandschaft durch Erschließung eines breiten Publikums zu sichern.

Inzwischen beteiligen sich viele städtische Einrichtungen am Agendaforum „Interkultur“; Initiativen der einzelnen Dienststellen (z. B. Schulkonzertreihe des Philharmonischen Orchesters) werden anerkannt sowie gefördert und die Erweiterung interkultureller Aktivitäten allerorten angestoßen.

 

2)

Pop- und Jugendkultur soll im öffentlichen Bewusstsein als eigenständige und für die kreative Stadt unerlässliche Kulturform verankert werden.

Zukunftsweisende Projekte und Konzepte wie „Moving Art“ oder „Unsere Show“ sollen weitergeführt und ausgebaut werden.

Es gilt, das kreative Potential der Akteure für die Kulturstadt Augsburg zu erschließen; diese sollen sich mit ihrer Stadt identifizieren können und sich so auch an sie binden. Dabei soll die lokale Kreativ- und Kulturwirtschaft in Abstimmung mit dem Wirtschaftsreferat gestärkt werden – der in dieser Legislaturperiode geschaffene Popkulturbeauftragte arbeitet in vielerlei Hinsicht an einer Vernetzung der entsprechenden Akteure. Konsequenterweise wurde erstmals der Begriff „Jugendkultur“ in den Referatstitel eingebunden („Referat für Kultur, Jugendkultur und Sport“).

 

3)

Die Verknüpfung von Kultur und Sport soll durch Förderung von Initiativen aus der Bürgerschaft vorangetrieben werden.

Das Pilotprojekt „ku.spo“ setzt insbesondere auf die Unterstützung von Drittprojekten, z. B. von Kinder- und Jugendprojekten in und von Vereinen.

Ziel ist es, kulturelle Bildung und sportliche Betätigung als unverzichtbare Komponenten für die ganzheitliche Entwicklung von Kindern zu forcieren und die Beschäftigung mit beiden Bereichen zu einer Selbstverständlichkeit werden zu lassen.

 

 

 

Prioritäten bei kulturellen Sanierungsobjekten

Bei den vielen sanierungsbedürftigen Kultureinrichtungen haben das Theaterwesen und das Stadtarchiv derzeit die höchste Priorität. Um den Theaterstandort Augsburg zu erhalten und zukunftsfähig weiterentwickeln zu können, wird die zügige Verwirklichung der Interimsspielstätte angestrebt. Parallel dazu soll der Bühnenturm saniert und damit die Außensanierung des Großen Hauses abgeschlossen werden. Bereits erfolgt sind der überfällige Austausch der Bühnen im Großen Haus und auf der Freilichtbühne sowie die Erstellung einer Grundlagenermittlung für das Augsburger Theaterwesen.

 

Nachdem 2011 die Sofortmaßnahmen gegen den Brotkäfer abgeschlossen sein werden, gilt es, die Planungen zum Umzug des Stadtarchivs zügig weiterzuführen, damit noch 2013 die restlichen Bestände von der Fuggerstraße auf das AKS-Gelände verlagert werden können.

 

Darüber hinaus wurde eine Arbeitsgruppe mit Vertretern des Wissenschaftsministeriums und Bibliotheksfachleuten eingerichtet, welche ein tragfähiges Zukunfts- und Finanzierungskonzept für die Augsburger Staats- und Stadtbibliothek erarbeiten soll – Ziel ist die vollständige Sicherung der wertvollen Bestände für die Kulturstadt und den Wissenschaftsstandort Augsburg und eine gerechtere Finanzierungsbeteiligung des Freistaats Bayern, welche aktuell noch auf einem Vertrag von 1898 beruht.