deutsche Version
version francaise
english version
versione italiana
 Soziales
>> Beauftragte zur Gleichstellung von Frauen und Männern

Gender Mainstreaming bei der Stadt Augsburg

Wie würde das Leben und Arbeiten in einer Stadt wie Augsburg aussehen, wenn bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen, Interessen, Sichtweisen und Fähigkeiten von Frauen und Männern von vornherein gleichermaßen berücksichtigt werden?

Sie glauben, das ist eine Utopie? Wir hoffen, dass diese Vorstellung Wirklichkeit wird.

 

Wie kann das gehen, was lässt uns hoffen?

 

 

Unter dem Motto: „Augsburg stellt gleich! Chancengleichheit für Frauen und Männer“ wird bei der Stadt Augsburg der vom Stadtrat verabschiedete Beschluss vom 13.12.2007 zur Umsetzung von Gender Mainstreaming systematisch vorangebracht.

Was ist Gender Mainstreaming?

Gender Mainstreaming bedeutet, die unterschiedlichen Lebenssituationen von Frauen und Männern bei allen gesellschaftlichen und politischen Vorhaben von vornherein zu berücksichtigen und zum zentralen Bestandteil aller Entscheidungs- und Handlungsprozesse zu machen. Dadurch sollen die Potentiale von Männern und Frauen gleichermaßen gefördert und genutzt werden.

Gender Mainstreaming wurde durch den Amsterdamer Vertrag von 1997 auf allen politischen Ebenen verankert und ist nun für die europäischen Mitgliedsstaaten verpflichtend.

Wissenswertes zu Gender Mainstreaming:

Link Infos des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Der Stadtratsbeschluss vom 13.12.2007

Der Beschluss beinhaltet eine umfassende und systematische Einführung von Gender Mainstreaming:

  • im Leitbild
  • bei der Planung, Durchführung, Begleitung und Bewertung städtischer Maßnahmen
  • der Durchführung von Pilotprojekten
  • den Fortbildungsprogrammen (insbesondere für Führungskräfte)
  • bei statistischen Erhebungen, Evaluationen und im Berichtswesen

Die Federführung zur Umsetzung von Gender Mainstreaming liegt bei der Gleichstellungsstelle der Stadt Augsburg. Die bisherige Gleichstellungsarbeit wird fortgeführt und um die neue Strategie erweitert.

Die Umsetzung

Im Februar 2009 hat der Oberbürgermeister den Auftrag erteilt, die notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung des Stadtratsbeschlusses einzuleiten. Dazu richtete er innerhalb der Stadtverwaltung die Arbeitsgruppe "Kommunales Gender Mainstreaming" unter Vorsitz des Stadtdirektors ein.

Die Arbeitsgruppe entwickelte als erstes verbindliche Leitziele.

Um die notwendige Verknüpfung mit der Politik sicher zu stellen, wurde die Arbeitsgruppe zu einer Steuerungsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Stadtrat erweitert.

 

Bei einem Gender-Workshop für die Mitglieder der Steuerungsgruppe entstand das Motto:

 

Augsburg stellt gleich! Chancengleichheit für Frauen und Männer

Für eine Ist-Analyse mit leitfadengestützten Interviews wurden 21 Männer und Frauen mit Führungsverantwortung quer durch alle Referate befragt. Die Analyse ergab Ansatzpunkte für das weitere Vorgehen und für Pilotprojekte. Die Befragungen und die Ergebnisse sind im Bericht

PDF „Augsburg stellt gleich! Chancengleichheit für Frauen und Männer“ zusammengefasst. Die wissenschaftliche Begleitung in der Anfangsphase übernahm das Link Genderzentrum der Universität Augsburg.

 

Konkrete Maßnahmen

  • Über den kommunalen Gender Mainstreaming Prozess wird im verwaltungsinternen Intranet und im Internet berichtet.
  • Die Dienststellenleiterinnen und Dienststellenleiter wurden in ihrer Sitzung am 17.10.2011 in die Thematik von Gender Mainstreaming eingeführt.
  • Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Organisations- und des Personalamtes wird im Frühjahr 2012 ein Gendertraining angeboten, damit sie als MultiplikatorInnen für die Sensibilisierung zur Chancengleichheit wirken können.
  • Ein Seminar für die Stadträtinnen und Stadträte ist im Frühjahr 2012 geplant.
  • Statistiken sollen nach geschlechtsspezifischen Aspekten bzw. Lebenslagen erfasst und ausgewertet werden.
  • Im Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen wird die Gestaltung eines Spielplatzes nach Genderaspekten geplant. Dabei werden Mädchen und Jungen in die Planung mit einbezogen.
  • In der Suchtprävention sollen geschlechterspezifische Maßnahmen entwickelt werden, da Mädchen und Jungen aus unterschiedlichen Gründen und Anlässen zu Suchtmitteln greifen und unterschiedliches Suchtverhalten aufweisen.
  • Ein Leitfaden für geschlechtergerechte Stellenausschreibungen soll erstellt werden, u. a. mit Hinweisen auf Teilzeitfähigkeit und Teilzeitmodelle.

Gender in der Praxis

In Augsburg gibt es unterschiedliche Maßnahmen und Projekte, die den Geschlechteraspekt besonders berücksichtigen. Soweit sie uns bekannt sind, stellen wir sie hier kurz vor:

PDF HEROES® - Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre

Link Netzwerk Frauengesundheit

Cross Mentoring Augsburg

• Der 2. Augsburger Bildungsbericht enthält umfangreiches Datenmaterial und geht insbesondere auch auf geschlechtsspezifische Fragestellungen und Aspekte im Bereich Bildung und Schule ein.

 

Gern berichten wir auch über Ihr Genderprojekt. Bitte melden Sie sich bei uns.

 

Gelebtes Gender Mainstreaming braucht Sie und Ihre Mitwirkung!

„Augsburg stellt gleich! Chancengleichheit für Frauen und Männer“ geht alle an. Nutzen Sie Ihre Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten im privaten, beruflichen und gesellschaftlichen Bereich!

Geben Sie uns Hinweise und Impulse!

Nur gemeinsam wird die Utopie Wirklichkeit!