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11. Juli 2012

Auf zum Augsburger Friedenssommer 2012: Eröffnung mit dem Festival der Kulturen vom 20. bis 22. Juli 2012

Vom 20. Juli bis zum 8. August 2012 erinnert die Stadt Augsburg mit zahlreichen Veranstaltungen an ihre Tradition einer Stadt der Friedens- und Konfliktschlichtung. Die Höhepunkte dieses dreiwöchigen Rahmenprogramms stellen zweifelsfrei das Festival der Kulturen und das Augsburger Hohe Friedensfest dar.

Am Freitag, 20. Juli 2012, wird ab 20 Uhr die Band 'Group Doueh' aus Marokko mit Bandleader Bamaar Salmou und Band Beduinen-Gesänge und nordafrikanische Gitarren-Klänge präsentieren. Das Konzert ist Teil des Rahmenprogramms zum Augsburger Friedensfest 2012.

Am Freitag, 20. Juli 2012, wird ab 20 Uhr die Band 'Group Doueh' aus Marokko mit Bandleader Bamaar Salmou und Band Beduinen-Gesänge und nordafrikanische Gitarren-Klänge präsentieren. Das Konzert ist Teil des Rahmenprogramms zum Augsburger Friedensfest 2012.




Baustellen und Haushaltskürzungen – in diesem Jahr muss in Augsburg improvisiert werden. Das Projektbüro für Frieden und Interkultur (Kulturamt) macht aus dieser doppelten Not eine Tugend und integriert kurzerhand das Festival der Kulturen ins Rahmenprogramm zum Augsburger Hohen Friedensfest. Ergebnis ist ein dreiwöchiger Friedenssommer vom 20. Juli bis 8. August, an vielen spannenden Orten in der Augsburger Innenstadt.

Im Zentrum des Veranstaltungsprogramms steht diesjährig die Auseinandersetzung mit der Vieldimensionalität des Themas Frieden, d.h. sowohl ihrer vielfältigen inhaltlichen Zugänge und der unterschiedlichen Akteure. Kernbotschaft: Frieden ist keineswegs nur Angelegenheit von Kirchen, Religionsgemeinschaften oder Weltverbesserern, Frieden durchdringt und fordert alle Gesellschafts- und Lebensbereiche. Im Rahmen verschiedenster Veranstaltungsformate – Ausstellung, Lesung, Konzert, philosophische Diskussion, wissenschaftliche Tagung u.v.m. – wird in 6 Modulen exemplarisch die Bedeutung von Frieden in Bezug auf Politik, Umwelt, Migration, Sport, Musik und Religion reflektiert. Durch die Einbindung zahlreicher lokaler Akteure soll hierbei auch für die alltägliche „Friedensarbeit“ in der Friedensstadt Augsburg sensibilisiert werden. Das erste Wochenende des Programms, das auf  Augsburgs exklusiven Feiertag am 8. August hinführt, steht mit dem Festival der Kulturen unter dem Motto „Frieden & Musik“.

 


Festival der Kulturen am Elias-Holl-Platz 2011. Bild: Stadt Augsburg 2012.

 

FRIEDEN & MUSIK Jimi Hendrix, Muslim-Hip-Hop, Ethno und Chaos auf dem Festival der Kulturen vom 20. bis 22. Juli 2012

Musik verbindet Menschen auf der ganzen Welt. Das Festival der Kulturen schafft einen Ort der Begegnung mit musikbegeisterten Menschen unterschiedlichster kultureller wie religiöser Wurzeln. Auf der Bühne stehen Stars der lokalen wie internationalen Musikszene, die sich durch ihr künstlerisches Wirken und gesellschaftspolitisches Engagement auszeichnen. Highlights sind u. a. die kongolesische Weltmusikband Konono Nº1, die traditionelle afrikanische mit moderner elektronischer Musik kombiniert und die 12-köpfige Gipsy-Truppe Fanfare Ciocărlia, die mit mehr als 200 Beats pro Minute die Bühnen auf der ganzen Welt zum Beben bringt. Group Doueh aus Marokko bringt mit Bandleader Bamaar Salmou den Jimi Hendrix der Wüste und musikalisch „etwas, das Ihr noch nie gehört habt” nach Augsburg. Mit ihrem Anadolu Rock schlägt die türkische Grup Ayna einen rhythmischen Bogen zwischen traditionellen türkischen und modernen westlichen Elementen und für frischen Wind in Sachen Hip Hop sorgt das geschmeidige Wort-Duo Muneera Rashida & Sukina Abdul Noor von Poetic Pilgrimage aus London. Die Geburtshelferinnen der Muslim-Hip-Hop-Szene verschmelzen ihre afrikanisch-karibischen Wurzeln und die muslimischen Traditionen mit poetischen Musik-Interpretationen und hauchen mit ihren selbstbewussten Auftritten jenen Werten Leben ein, die heute mancherorts zu leeren Worthülsen zu verkommen drohen: Frieden, Einigkeit und Freiheit. Zum Abschluss versprechen Dakha Brakha aus Kiew ein noch nie dagewesenes Musikspektakel aus „Ethno und Chaos“ und entführen das Augsburger Publikum in eine Welt aus mittelalterlichen Stilen, ukrainischen Volksgesängen und modernen Klängen. Augsburger Künstler, u. a. Seref Dalyanoglu an der Ud und Mulitiinstrumentalist Njamy Sitson sowie der Karneval der Welten am Samstag, an dem sich zahlreiche Migranten- und Kulturvereine sowie Bürgerinitiativen mit eigenen kulturellen, kulinarischen und informativen Angeboten beteiligten, runden 3 Tage Weltfeeling in Augsburg ab.
Abschlusshighlight des Moduls „Frieden & Musik“ ist das traditionelle Konzert Common Language, Common Sense mit renommierten Jazzmusikern unter der Leitung von Wolfgang Lackerschmid am 7. August 2012.


Die Organisatoren und Ansprechpartner des diesjährigen Friedenssommers: Timo Köster und Mona Rother vom Projektbüro für Frieden und Interkultur der Stadt Augsburg. Bild: Stadt Augsburg 2012. 


FRIEDEN & MIGRATION  Kunst im Asyl – Zu Gast im Grandhotel Augsburg

Augsburg hat mit 40 Prozent den dritthöchsten Migrantenanteil Deutschlands und ist im Zusammenleben der über 140 Nationen „Integrationsstützpunkt mit Vorbildcharakter“, wie dies Integrationsministerin Christine Haderthauer formulierte. Doch eine Gruppe geht in der öffentlichen Wahrnehmung meist unter: die Asylbewerber. Ein paar hundert sind es in Augsburg und sie leben weitgehend unbeachtet in Behelfsunterkünften. Das neue Grandhotel im Domviertel möchte Asylbewerbern einen würdigen Lebensmittelpunkt für ihre Zeit in Deutschland geben – in dieser „sozialen Skulptur im Herzen der Stadt“ sollen sie künftig mit Künstlern und Menschen, die für begrenzte Zeit ein Zimmer suchen, Tür an Tür leben. Im Modul „Frieden & Migration“ gewährt das Grandhotel Einblicke in den Hotelbetrieb, Ergebnisse einer Schreibwerkstatt mit Flüchtlingen werden präsentiert, im Dach des Grandhotels zeigt die Augsburger Fotografin Christina Pichler eine Ausstellung mit Aufnahmen aus Augsburger Flüchtlingsunterkünften. Im Rahmen von Lesungen internationaler Schriftsteller trifft Fiktion auf Realität.


FRIEDEN & SPORT „Friedlich dabei sein ist alles!“

Parallel zum Augsburger Friedenssommer finden ab 27. Juli 2012 die Olympischen Sommerspiele in London statt – ein Paradebeispiel, wie Sport Menschen aller Nationen begeistert und verbindet. So richten sich die Veranstaltungen im Modul „Frieden & Sport“ unter dem  neu interpretierten olympischen Motto „Friedlich dabei sein ist alles!“ an Sport- und Friedensbegeisterte zugleich. Höhepunkt ist der 2. Augsburger Friedensmarathon am 5. August, der Einzelläufer und Friedensstaffeln unterschiedlicher Religionen oder Nationalitäten auf ihrer 42,195 km langen Stadtstrecke nicht nur an Kirchen, Moschee und  Synagoge vorbeiführt, sondern auch an „Meilensteinen“ mit Friedensstiftern. Seine persönliche Einschätzung des Themas „Integration durch Sport“ und sicherlich die ein oder andere Fußball-Anekdote schildert Publikumsliebling Willi Lemke, längjähriger Manager des Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen und UN-Sonderberater für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden. Und für alle, die Sport am liebsten passiv treiben, ist selbstverständlich für gemütliches Public Viewing der Olympischen Spiele gesorgt.


FRIEDEN & POLITIK „Zu viel Panzer, zu wenig Hirn“

Im Zentrum des Moduls „Frieden & Politik“ steht das Begleitprogramm zur Graduiertentagung „Ein bisschen Frieden? Der Wunsch nach Frieden und seine Manifestationsformen in den 1980er Jahren“. Die Tagung, die die Reaktionen auf die nukleare Bedrohung Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre in Politik und Gesellschaft, in Kunst und (Populär-)Kultur zum Gegenstand hat, ermöglicht in ihren öffentlichen Begleitveranstaltungen einen Brückenschlag zwischen Universität und Stadtgesellschaft sowie zwischen Historie und aktuellen Fragestellungen. So repräsentiert die Begleitausstellung „Zu viel Panzer, zu wenig Hirn: Kunst für den Frieden“ – Positionen aus 6 Jahrzehnten (2. – 31. August 2012) einen repräsentativen Querschnitt künstlerischen Engagements für den Frieden seit den 1950er Jahren. Neben Unikaten renommierter Künstler aus dem Ausstellungsprojekt „Künstler gegen Atomkrieg“ bilden Plakate sowie Buttons und andere Zeugnisse der Protestkultur der 1980er Jahre einen Schwerpunkt der Ausstellung. Ergänzend setzen sich Arbeiten zeitgenössischer Künstler kritisch mit Krieg, Gewalt und Migration auseinander. Podiumsdiskussionen mit Experten der Friedens- und Konfliktforschung hinterfragen u. a. den Rüstungsstandort „Friedensstadt“ Augsburg. Ein Kurzfilmprogramm zur aktuellen Lage der Nation in Sachen Atompolitik, internationale Finanzkreisläufe, Kriegsheimkehrer stellt das Archiv der Oberhausener Kurzfilmtage. Die Arbeiten beteiligen sich am gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskurs im Land – mit ungewöhnlichen Ästhetiken und mitunter radikalen Standpunkten.


FRIEDEN & UMWELT „Wie wollen wir morgen leben?“

"Die Kriege der Zukunft werden um Wasser geführt." Das prophezeite der ehemalige UN-Generalsekretär Boutros Ghali bereits 1985. Unser Umgang mit Ressourcen hat Einfluss auf den globalen Frieden und prägt die (Um-)Welt nachfolgender Generationen. Gleiches gilt für unsere Einstellung zur Natur. Die Veranstaltungen im Modul „Frieden & Umwelt“ gehen aus umweltethischer Perspektive der Frage nach „Wie wollen wir morgen leben?“. Augsburger Experten aus Universität, Landesamt für Umwelt, NANU!, Umweltamt und Weltladen fragen nach den individuellen und gesellschaftlichen Dimensionen von zukunftsfähigem Umwelthandeln: angefangen beim Selbst- und Weltverständnis, über die ökologische Ausrichtung von sozialen Strukturen – Politik, Recht, Wirtschaft – bis hin zu einer ökologisch orientierten Erziehung und Bildung von verantwortungs¬bereiten Personen. Die Möglichkeit zur Selbstreflexion und Sensibilisierung mit Umwelt-Themen ermöglicht ein philosophisches Gespräch mit Bernhard Schiller.


FRIEDEN & RELIGION Friedenstafel, Predigt-Slam, Gebetomat – Religion zum Mitmachen

Seit 1650 feiert Augsburg am 8. August das Hohe Friedensfest – der Ursprung dieses von den Protestanten gestifteten, weltweit einzigartigen Feiertags liegt in der Gleichstellung der christlichen Konfessionen in Folge des Augsburger Religionsfriedens 1555 und des Westfälischen Friedens 1648 – aus diesen historischen Eckdaten leitet die Stadt Augsburg bis heute eine Verpflichtung für das friedliche und konstruktive Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Religionen, Kulturen und Weltanschauungen und damit ihr Selbstverständnis als Friedensstadt ab. Im Modul „Frieden & Religion“ bringen Stadtführungen sowohl die historischen Stationen auf dem Weg zur Parität als auch die aktuellen Gebetshäuser verschiedenster Religionsgemeinschaften näher – Musikalische Einlagen inklusive! Am 8. August 2012 lädt die Evangelisch-lutherische Kirche Augsburg zum Ökumenischen Festgottesdienst. Im Anschluss sind alle Augsburgerinnen und Augsburger nach Friedensgrüßen der christlichen, muslimischen, alevitischen, jüdischen und buddhistischen Religionsgemeinschaften eingeladen, an der Augsburger Friedenstafel – diesjährig baustellenbedingt im Annahof! – Platz zu nehmen. Platz nehmen kann man auch im Gebetomat – dem kleinsten spirituellen Raum Augsburgs. Beim Predigt-Slam schließlich setzen sich sakrale Laien kreativ und wortgewandt mit schwerem Stoff auseinander, der Bibel: Publikum und Fach-Jury küren die besten Hobby-Pastoren!


Kurzum: Das Rahmenprogramm zum Augsburger Hohen Friedensfest lädt mit abwechslungsreichen Veranstaltungen in die Friedensstadt. In diesem Sinn: Auf zum Augsburger Friedenssommer!


Text: Timo Köster & Mona Rother

 



Stadt Augsburg
Kulturamt // Projektbüro für Frieden und Interkultur

Bahnhofstr. 18 1/3 a

86150 Augsburg

Tel.: +49 (0) 821 / 324 - 32 62

Fax: +49 (0) 821 / 324 - 32 65

timo.koester@augsburg.de

www.kulturamt.augsburg.de

 

Externe Links für weitere Informationen:

www.facebook.com/friedensstadt.augsburg

Rahmenprogramm zum Augsburger Hohen Friedensfest 2012


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