Jugendbotschaften aus Augsburg zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Rio

145 Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit Ressourcennutzung, Verkehr, Ernährung Klimaschutz und Wirtschaft. Während des Schul-Aktionsvormittags Rio+20 am 15.6.2012 im Rathaus erarbeiteten sie unter dem Motto "Die Zukunft, die wir wollen" 16 Botschaften. Diese finden Sie hier.
Im Video über die Veranstaltung kommen die Schülerinnen und Schüler zu Wort. Fotos der Veranstaltungen finden Sie auch auf der Facebook-Seite unserer Wirbelnuss: www.facebook.de/wirbelnuss.
Neue Nachhaltigkeitsseite Augsburgs im Netz
Zum Rio-Aktionstag am 15.6.2012 in Augsburg hat die Stadtverwaltung die Seite www.nachhaltigkeit.augsburg.de freigeschaltet. Hier finden Sie den Augsburger Nachhaltigkeitsbericht 2010 sowie die Augsburger Nachhaltigkeitsindikatoren.
Alle derzeit 54 Indikatoren sind so weit wie möglich aktuell fortgeschrieben. Außerdem finden Sie in den dazugehörigen Datenblättern die zu Grunde liegenden Zahlen.
Zukunftsfähige Entwicklung braucht gemeinsames Handeln

Seit 16 Jahren engagieren sich Augsburgerinnen und Augsburger gemeinsam im Lokalen Agenda 21-Prozess für eine nachhaltige Entwicklung Augsburgs. Mit dabei sind Umwelt- und Eine-Welt-Gruppen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, kirchliche Gruppen, Vertreter der Wirtschaft, der Stadtverwaltung und andere Organisationen. Gemeinsam arbeiten sie für eine zukunftsfähige und lebenswerte Stadt Augsburg.
Zentrale Frage: Wie soll sich Augsburg entwickeln, damit es nachhaltig, zukunftsfähig ist? Von den Arbeitsgruppen der Lokalen Agenda werden Veranstaltungen durchgeführt, Projekte beispielhaft entwickelt und umgesetzt, Materialien erarbeitet und über den Agendabeirat Empfehlungen an den Stadtrat, die Stadtverwaltung und die Stadtgesellschaft formuliert.
Grundlage ist das an Runden Tischen erarbeitete und vom Stadtrat beschlossene Handlungsprogramm Nachhaltigkeit. Es ist Ausgangspunkt für systematische und transparente integrierte Stadtentwicklung und stärkt die Kooperations- und Beteiligungsmöglichkeiten.
1. Augsburger Nachhaltigkeitsbericht erschienen
Augsburgs erster Nachhaltigkeitsbericht liegt seit Juli 2011 gedruckt und als PDF vor. Auf 116 Seiten ermöglicht er einen Überblick über die bisherigen Umsetzungen der Leitlinien und Ziele des Handlungsprogramms Nachhaltigkeit - was Politik, Stadtverwaltung, Vereine, Institutionen, Unternehmen und einzelne Bürgerinnen und Bürger bisher geleistet haben.
Er kann als thematisches Nachschlagewerk zu vielen Aspekten der Stadtentwicklung der letzten 10 Jahre dienen. Mit 53 Indikatoren wird versucht, Entwicklungen zu veranschaulichen. "Beides - das bisher Erreichte und das notwendig noch zu Schaffende - treiben uns an, uns weiter einzusetzen," so OB Dr. Gribl und Umweltreferent Schaal im Vorwort.
Mehr zum Handlungsprogramm Nachhaltigkeit hier.
Agenda-Jubiläum: Ermutigende Augsburger Agenda-Arbeit
Prof. Dr. Angelika Zahrnt, Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung und Ehrenvorsitzende des BUND, lobte in ihrem Festvortrag am 21. März 2011 die Augsburger Agendaarbeit. Sie sei gut vernetzt und habe viele beteiligt, auch z.B. aus der Wirtschaft, was in vielen anderen Städten nicht gelungen sei. Mit dem Handlungsprogramm Nachhaltigkeit stünden Ziele zur Verfügung. Sehr gut gefiel ihr der Zukunftspreis - er zeige Lebendigkeit und Kreativität, beziehe viele Aktivitäten der Stadtgesellschaft ein und beziehe sie auf das Handlungsprogramm Nachhaltigkeit.
Aber sie gab auch vier Punkte mit auf den weiteren Weg:
- Nachhaltigkeit muss Chefsache sein. Eine querschnittsorientierte Ansiedlung der Geschäftsstelle würde die Umsetzung erleichtern.
- Mehr Konsequenz in der Umsetzung - Controlling sei Aufgabe der Verwaltung, nicht der Ehrenamtlichen.
- Mehr Bürgerengagement: zum Einen die Beteiligung auch von jüngeren Menschen am Agendaprozess verbessern, um Kontinuität mit Lebendigkeit zu verbinden. Zum Anderen das Bestreben nach Konsens mit einer öffentlichen Streitkultur verbinden - Positionen formulieren und dann eine faire Auseinandersetzung führen - "klare Kante statt kleinste Schnittmenge". Die routinierte effiziente Gremienarbeit solle um Attraktivität für Neue und Neues erweitert werden.
- Es braucht ein Bild - die Vielfalt der Facetten erschwert die Darstellung, was Agenda bzw. Nachhaltigkeit ist. Hier könne die Entwicklung einer Vision 2050 helfen - radikales Senken des Energieverbrauchs, Häuser der Eigenarbeit, Nachbarschaftsgärten, Qualitätsprodukte, deren Reparatur sich wieder lohne...
16 deutsche Nachhaltigkeitsstädte...
... haben am 13. Oktober 2010 in Berlin erklärt, dass sie nachhaltige Entwicklung noch stärker in den Fokus ihrer Politik stellen wollen. Neben Augsburg sind u.a. Freiburg, Heidelberg, München, Nürnberg und Tübingen dabei. Wichtige Aspekte sind stärkere verantwortliche Bürgerbeteiligung, ein gemeinsames Zukunftsleitbild, Klimaschutz, gesicherte kommunale Finanzen sowie eine ganzheitlich-integrierte Stadtpolitik, die die Nachhaltigkeit der Stadtentwicklung auch misst. Die Erklärung "Strategische Eckpunkte für nachhaltige Entwicklung in Kommunen" finden Sie hier.
Inzwischen - Juni 2011 - wurde diese Erklärung zu einer Broschüre erweitert, die gute Beispiele aus 20 Kommunen, darunter auch Augsburg enthält: Städte für ein nachhaltiges Deutschland.
Gestartet wurde der Prozess vom Rat für Nachhaltige Entwicklung in Berlin. Die Kommunen seien der Ort, an dem die Menschen den notwendigen Umbau der Energieversorgung, des Verkehrssektors und der Rohstoffwirtschaft unmittelbar erlebten, so Hans-Peter Repnik, Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung. „Hier leben die Menschen, und hier müssen wir sie für eine nachhaltige Lebensweise gewinnen.“ Die beteiligten Städte werden den Strategiedialog fortführen und wollen noch weitere Kommunen für eine Beteiligung gewinnen.
Renaissance 2.0 - Augsburg als Modellstadt des 21. Jahrhunderts
Auf Initiative und Einladung von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl erarbeiteten verschiedenste Vertreterinnen und Vertreter der Stadtgesellschaft von Ende 2008 bis 2010 einen Profilentwurf für Augsburg. Es ging nicht um ein schnelles Label wie Römer, Fugger, Brecht oder Frieden, sondern eine dauerhaft motivierende Idee, mit der sich viele Akteure der Stadtgesellschaft würden identifizieren können. Heraus kommen würde ein nachhaltiger Stadtentwicklungsprozess.
Grundlage des Profilentwicklungsprozesses bildeten 9 thematische Expertenrunden, an denen 59 Personen aus den verschiedensten Bereichen des städtischen Lebens teilnahmen, auch verschiedene Akteure der Lokalen Agenda 21.
Fazit: Augsburg hat das Potenzial zum Vordenker und Vorbild für kommunale Erneuerungsprozesse. In der Geschichte, an der Schwelle vom Mittelalter zur Neuzeit, hat Augsburg dies schon einmal bewiesen. Der Stadtrat nahm das Ergebnis im Herbst 2010 positiv auf. Die weitere Verwertung der Prozessergebnisse steht noch aus.
Beginn und Chronik der Lokalen Agenda 21 in Augsburg
Der Anstoß, in der Stadt Augsburg eine Lokale Agenda 21 zu erarbeiten, ging von Seiten der EIne-Welt-Initiative aus.
Im Frühjahr 1996 riefen verschiedene Umwelt- und Eine-Welt-Gruppen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, kirchliche Gruppen und Vertreter der Wirtschaft, der Stadtverwaltung das "Bürgerforum zukunftsfähiges Augsburg" ins Leben.
Bereits im Sommer 1996 beschloss der Umweltausschuss der Stadt Augsburg eine Lokale Agenda 21 für Augsburg. Es wurden ein Agenda-Beirat als Sachverständigenbeirat für nachhaltige Entwicklung und eine städtische Geschäftsstelle Lokale Agenda 21 zur Organisation des Prozesses und der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Augsburg eingerichtet.
Ein Meilenstein der Lokalen Agenda 21 ist das Handlungsprogramm Nachhaltigkeit. Es wurde 2010 gründlich bilanziert - das Ergebnis wurde im Juli 2011 als Augsburger Nachhaltigkeitsbericht 2010 veröffentlicht.
Die umfangreiche Chronik der Lokalen Agenda 21 - für ein zukunftsfähiges Augsburg finden Sie hier:
Chronik 1996 - Juni 2012.
Im April 2008 nahm der Umweltausschuss einen Kurzbericht Lokale Agenda 21 - Bilanz 2004 bis März 2008 zustimmend zur Kenntnis. In seiner Rede zum 10-jährigen Arbeiten der Augsburger Agenda 21 betonte der damalige Augsburger Oberbürgermeister Dr. Paul Wengert 2006, dass die im Agenda-Prozess engagierten Menschen die Stadt stark machten: "Dieser Agenda-Prozess tut Augsburg gut, vor allem das gemeinschaftliche Bemühen, im konstruktiven Dialog."
Was ist Nachhaltige Entwicklung?
Nachhaltigkeit wurde von der Brundtland-Kommission 1987 so beschrieben:
"Nachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre Bedürfnisse nicht befriedigen können". Es geht um den Erhalt unserer Welt und die Sicherung unserer Zukunft.
Geschäftsstelle Lokale Agenda 21
Die Geschäftsstelle ist die Verbindungsstelle zwischen ehrenamtlichem Engagement und Stadtverwaltung. Sie kümmert sich u.a. um Organisation und Mittelverwaltung. Außerdem liegt hier die Geschäftsführung des Agendabeirates.
Kontakt
Dr. Norbert Stamm (Mo-Fr), Michaela Winter (Mi, Do)
Geschäftsstelle Lokale Agenda 21
Umweltamt der Stadt Augsburg
Verwaltungszentrum, An der Blauen Kappe 18, 86152 Augsburg
0821 / 324-7325 o. 7318
0821 / 324-7323









