Augsburg will „Smart City“ werden

31.05.2019 10:31 | Bürgerservice & Rathaus

Digitalisierung prägt zunehmend das öffentliche und private Leben der Bürgerinnen und Bürger. Vor diesem Hintergrund bewirbt sich die Stadt Augsburg im Rahmen des Bundes-Förderprogramms „Modellkommunen Smart Cities“. Dabei werden in den nächsten Jahren bis zu 50 Kommunen mit insgesamt 750 Mio. Euro gefördert. Die Entscheidung fällt Anfang Juli.

Mit der Smart-City-Charta der Bundesregierung sind mehrere Ziele verbunden. Vorrangig ist, die neuen Technologien zu nutzen, damit Städte weiterhin lebenswert und handlungsfähig bleiben. Auch sollen Kommunen weiterhin in der Lage bleiben, Interessen und Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger zu schützen sowie demokratische Entscheidungsprozesse zu stärken und zu bewahren. Auch Teilhabe und Zusammenhalt zu stärken sowie die regionale Wirtschaft zu fördern, sind wichtige Zielsetzungen.

OB Dr. Gribl: „Niemand wird zurückgelassen“

Wie Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl erklärt, obliegt der Stadt Augsburg auch die Daseinsvorsorge für alle Bürgerinnen und Bürger: „Oberstes Ziel ist es daher, dass wir auch zukünftig alle Bereiche der Stadtgesellschaft mit ihren Möglichkeiten in den Blick nehmen und niemanden zurücklassen. Deshalb ist der Titel unserer Bewerbung zugleich auch eine Zusage: Smart City Augsburg: Digitalkompetenz, Teilhabe, Nachhaltigkeit“.

Entwicklung einer Smart-City-Strategie

Die Stadt Augsburg bewirbt sich mit einem Gesamtvolumen von 17,5 Mio. Euro, um die Digitalisierung in der Stadt und in der Region weiter voranzubringen. In einem sieben Jahre dauernden Prozess sollen eine gesamtstädtische Smart-City-Strategie entwickelt und konkrete Projekte in die Praxis umgesetzt werden. Das Förderprogramm will regional, gesamtstädtisch und auf der Ebene von Stadtteilen beispielhafte innovative Lösungen für kommunale Aufgaben anstoßen.

Moderne öffentliche Infrastruktur für Kommunikation

Im Kern geht es bei der Augsburger Bewerbung darum, eine moderne, digitale Kommunikationsinfrastruktur in Öffentlicher Hand aufzubauen, die eine intelligente Nutzung von Echtzeitdaten ermöglicht. So könnte zum Beispiel die Gewinnung von Umwelt- und Verkehrsdaten zur passgenauen Steuerung und Planung das Leben in der Stadt ebenso prägen, wie die digitale Zählerablesung in Echtzeit. Zur Vision gehört, dass die Informationen datenschutzkonform und sicher bei der öffentlichen Hand verbleiben, damit eine transparente Nutzung gewährleistet ist.

Digitale Unterstützung für die Grünflächenpflege

Weiterer Bestandteil der Bewerbung ist, ein digitales Stadtmodell aufzubauen, das unter anderem Klimamodelle modellieren kann, um bei passgenauer Datennutzung die Pflege städtischer Grünflächen zu unterstützen. Große Bedeutung in der Bewerbung – auch hinsichtlich der regionalen und interkommunalen Zusammenarbeit – hat zudem der Aufbau eines dynamischen digitalen Verkehrs- und Parkleitsystems, das den gesamten Dienstleistungsraum Augsburg fördern und weiter entwickeln soll.

Digitalkompetenz und Wissenstransfer

Auf dem Aufbau von Digitalkompetenzen und Wissenstransfer liegt ebenfalls ein Schwerpunkt der Bewerbung. Die unterschiedlichen Bildungseinrichtungen in Stadt und Umland (Schulen, Hochschule, Universität, VHS) sollen in den Bereichen Bildung und Weiterbildung Digitalkompetenz vermitteln und bestehende Ängste und Unsicherheiten abbauen. Dabei sollen die Chancen der Digitalisierung genutzt werden, um allen Bürgerinnen und Bürgern noch mehr Teilhabe zu ermöglichen. Online-Dienstleistungen etwa machen es möglich, Verwaltungsleistungen barrierefrei, mehrsprachig und von zu Hause aus in Anspruch zu nehmen.

Bürgermeisterin Eva Weber: „Starke interkommunale Zusammenarbeit“

Zu den Hintergründen der Bewerbung Augsburgs als „Modellkommune Smart City“ sagt Zweite Bürgermeisterin und Wirtschaftsreferentin Eva Weber: „Die Strukturen der Stadt Augsburg und unsere Vorstellungen von Augsburgs gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Zukunft passen bestens zu den Zielen des Förderprogramms. Wir können in Augsburg auf vielseitige und sehr gut funktionierende Netzwerke mit Wirtschaft und Gründerszene sowie Uni und Hochschule zurückgreifen. Zugleich haben wir einen vielseitigen Nachhaltigkeitsprozess und eine breite Beiratsstruktur. Besonders freue ich mich darüber, dass sich auch der Landkreis Augsburg und Augsburgs Nachbarkommunen Friedberg, Neusäß, Gersthofen, Stadtbergen und Königsbrunn bereit erklärt haben, an dem Zukunftsthema mitzuarbeiten. Dies setzt unsere bewährte interkommunale Zusammenarbeit fort, die eine große Stärke unserer Region ist.“

Zentrale Geschäftsstelle für Smart City und Digitalisierung

In der Stadtverwaltung soll sich künftig eine zentrale Geschäftsstelle für Smart City und Digitalisierung um die Koordination des Themas kümmern. Wie Stadtdirektor Frank Pintsch sagt, hat der Stadtrat bereits 2018 die Erarbeitung einer Digitalisierungsstrategie beauftragt, die auch den Smart City-Ansatz umfassen soll. „Das Förderprogramm wird die engagierte Arbeit aller Beteiligten beim Thema Digitalisierung weiter stärken und als Katalysator wirken. Ziel ist es, die faszinierenden technologischen Möglichkeiten überall da, wo sie einen Mehrwert bringen, sinnvoll einzusetzen“, so der Stadtdirektor, zu dessen Zuständigkeiten auch Digitalisierung und Informationstechnik gehören. (pm)