Bayerische Landesstiftung fördert Umbau der Grottenau mit 829.000 Euro

08.02.2019 10:40 | Kultur Bildung & Wirtschaft

Das neubarocke ehemalige Postgebäude gehört der Stadt und wird derzeit umgebaut. Künftig wird das Einzeldenkmal nicht nur von mehreren städtischen Dienststellen genutzt, sondern auch Sitz des Leopold-Mozart-Zentrums (LMZ).

Der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Landesstiftung Josef Miller (rechts), Staatsminister a.D., übergibt den Förderbescheid an Bürgermeisterin Eva Weber und Bildungsreferent Hermann Köhler (links). Foto: Michael Hochgemuth/Stadt Augsburg

„Der Umbau der Grottenau setzt ein weiteres Glanzlicht in der Geschichte Augsburgs. Mit dem neuen Konzertsaal des LMZ in unmittelbarer Nachbarschaft zum Staatstheater erhält die Fuggerstadt ein Kulturzentrum erster Güte“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Landesstiftung Josef Miller, Staatsminister a.D..

Großartige Aufwertung des GebäudesFörderschwerpunkt der Bayerischen Landesstiftung sind Instandsetzungen bedeutender Bau- und Kunstdenkmäler aber auch Maßnahmen im sozialen Bereich. Vor diesem Hintergrund und weil das heute denkmalgeschützte Oberpostamt an der Grottenau umgestaltet wird, kann das Projekt aus dem Jahr 1905 gefördert werden. „Mit seiner künftigen Nutzung durch das LMZ und den neuen Konzertsaal erfährt das Gebäude eine großartige Aufwertung. 150 Besucherinnen und Besucher erleben hier künftig bei einer ausgezeichneten Akustik herausragende musikalische Aufführungen. Das ist zusammen mit dem Staatstheater Augsburg eine Bereicherung für Augsburg und ganz Schwaben“, sagte Miller.

Zehn Millionen Euro in zehn Jahren für AugsburgMit der Grottenau unterstützt die Bayerische Landesstiftung finanziell ein weiteres kulturelles Projekt in städtischem Besitz. Auch die Generalsanierung von Kongress am Park, die Instandsetzung der ehemaligen Synagoge Kriegshaber und der historischen Wassertürme am Roten Tor, das archäologische Zentraldepot auf dem ehemaligen AKS-Gelände wie auch das Theater Augsburg haben Fördermittel von der Stiftung erhalten.

Insgesamt sind seit 2009 etwa zehn Millionen Euro an Fördermitteln aus der Landesstiftung für kulturelle aber auch soziale Projekte nach Augsburg geflossen.

„Dass wir für unsere Grottenau bei der Landesstiftung so viel Aufmerksamkeit und eine so ansehnliche Förderung bekommen freut uns sehr. Trägt die Förderung doch dazu bei, die baupreisbedingten Mehrkosen etwas abzufedern“, sagte Bürgermeisterin und Liegenschaftsreferentin Eva Weber.

Langfristig gut investiertes Geld für die Stadt

Die Umbaukosten des Gebäudes in Höhe von rund 26. Mio. Euro nannte sie „langfristig für die Stadt Augsburg gut investiert.“ Nicht nur weil damit eine enorme städtebauliche Aufwertung des Areals verbunden ist. „In das Gebäude ziehen auch städtische Dienststellen ein. Wir können damit jährliche Fremdanmietungskosten im sechsstelligen Bereich einsparen“, sagt Weber. Neben der Grottenau fördert die Landesstiftung auch die Dachsanierung des Paritätischen Hospital-Stifts mit 32.400 Euro sowie mit 9000 Euro die Sanierung einer Fassade in der Konrad-Adenauer-Allee. Insgesamt erhält Augsburg im Zuge der jüngsten Ausschüttung der Bayerischen Landesstiftung knapp 900.000 Euro an Fördermitteln.

Bautechnisch große HerausforderungIn einem kurzen Abriss machte Bürgermeisterin Weber deutlich, dass der Umbau von rund 20.000 Quadratmetern Grund- und fast 9.000 Quadratmeter Nutzfläche auch bautechnisch eine große Herausforderung ist: „Das betrifft die Sanierung der Fenster, des Daches und der Heizungsanlage ebenso, wie die Erhaltung des historischen Telegrafensaals als teilbarer Raum für das LMZ. Der künftige Konzertsaal stellt unbestritten das Herzstück des Gebäudes dar.“

Helle Fassade und neue Innenhöfe zum VerweilenNach derzeitigem Stand ziehen Ende 2019 Anfang 2020 etwa 160 Verwaltungsmitarbeiter wie auch Studenten des LMZ ins Gebäude ein. Danach geht es bei den Außenanlagen weiter. Die beiden Innenhöfe werden autofrei und zum Verweilen gestaltet, wobei der größere „Musikerhof“ als Zugang zum Konzertsaal dient. Die massive Mauer im Außenbereich wird abgebrochen, und der entstehende Bereich ab 2021 als Platz gestaltet. Zuvor sind dort die Archäologen tätig.

Auch das äußere Erscheinungsbild der Grottenau wird sich durch die Renovierung der Fassade ändern. Sie erhält einen – historisch belegten – hellen Farbton, während das oberste Stockwerk mit einer modernen Fassadenverkleidung ausgestattet wird. (erz)