UNESCO-Welterbe-Büro ist Gründungsmitglied des Bundesverbands Industriekultur Deutschland e.V.

02.04.2025 08:27 | Kultur Umwelt & Soziales Bürgerservice & Rathaus

Der Bundesverband zur Förderung von industriekulturellem Erbe wurde am gestrigen Dienstag, 1. April, auf der Zeche Zollern in Dortmund ins Leben gerufen wurde. In den Vorstand wurde Augsburgs Kultur-, Welterbe- und Sportreferent Jürgen K. Enninger gewählt. Er war gemeinsam mit der Leiterin des UNESCO-Welterbe-Büros, Barbara Bühler-Karpati, und Welterbe-Koordinatorin Antonia Hager vor Ort.

Vorstand des Bundesverbandes Industriekultur Deutschland e.V: v.l.: Dr. Corinna Franz, Constanze Roth, Timo Hauge, Dr. Barbara Rüschhoff-Parzinger, Jürgen K. Enninger, Prof. Joseph Hoppe, Anja Nixdorf-Munkwitz, Marius Krohn, Dr. Walter Hauser, Dr. Kirsten Baumann, This Schröder. Bildnachweis: Stadt Augsburg

Eine starke Stimme für Industriekultur auf nationaler Ebene

Ziel des Bundesverbands Industriekultur Deutschland e.V. ist die Förderung des Verständnisses für Industriekultur in der Gesellschaft und die Schaffung einer starken, gemeinsamen Stimme für Industriekultur auf nationaler Ebene, insbesondere mit Hinblick auf die Einrichtung einer Bundesstiftung Industriekultur.

Industriekultur-Epochen bis heute in Augsburg ablesbar

„Ich freue mich, dass die Stadt Augsburg als Gründungsmitglied den Bundesverband Industriekultur Deutschland e.V. mit auf den Weg gebracht hat und ich den Süden Deutschlands und den Kreis der UNESCO-Welterbestätten im Vorstand des Bundesverbands vertreten darf. Das Augsburger Wassermanagement-System wurde 2019 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Insgesamt 22 Wasserbauwerke, Kanäle und Brunnen dokumentieren die Entwicklung von Innovationsgeist und technischer Meisterleistung über acht Jahrhunderte hinweg. Die Epochen der Industriekultur vom Mittelalter über die Neuzeit bis hin zur Industrialisierung sind in Augsburg noch heute ablesbar“, so Kultur-, Welterbe- und Sportreferent Jürgen K. Enninger.

Konkrete Zeugnisse des industriellen Zeitalters und der Industriekultur innerhalb des UNESCO-Welterbes „Augsburger Wassermanagement-System“ umfassen zehn Kraftwerke, die zwischen der Mitte des 19. und dem Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, das historische Trinkwasserwerk am Hochablass von 1879 sowie den Hochablass, der in seiner heutigen Form um 1911/1912 entstand.

Augsburgs Mitgliedschaft im Bundesverband Industriekultur e.V.

Die Stadt Augsburg profitiert als Mitglied im Bundesverband Industriekultur e.V. von der Vernetzung des UNESCO-Welterbe-Büros mit weiteren Akteurinnen und Akteuren der Industriekultur in Deutschland sowie der Bündelung von Ressourcen im Hinblick auf die Vermittlung des industriekulturellen Erbes. Interessen der Industriekultur sollen über den Bundesverband in Politik und Gesellschaft eingebracht und das Bewusstsein für deren grundlegende Bedeutung befördert werden. Darüber hinaus soll das industriekulturelles Erbe auch finanziell durch den Bund unterstützt werden.

Initiative geht auf gemeinsame Erklärung zurück

Die Initiative zur stärkeren Vernetzung und Förderung der Industriekultur in Deutschland ist zurückzuführen auf eine gemeinsame Verlautbarung der sieben deutschen Welterbestätten der Industriekultur - darunter auch Augsburg. Die Verlautbarung wurde im Rahmen des internationalen Kongresses „Industrielles Welterbe. Chance und Verantwortung“ im Oktober 2021 in der UNESCO-Welterbestätte Zeche Zollverein in Essen unterzeichnet.

Die beiden Landschaftsverbände für das Rheinland (LVR) und für Westfalen-Lippe (LWL) sowie der Regionalverband Ruhr (RVR) haben sich jeweils bereiterklärt, den Aufbau des Verbands als institutionelle Fördermitglieder finanziell maßgeblich zu unterstützen. Der LWL wird in der Zentrale seiner Museen für Industriekultur in Dortmund Räumlichkeiten für eine Geschäftsstelle bereitstellen. Damit wird der neu zu gründende Verband nicht nur in der Lage sein, eine professionelle Geschäftsstelle von Anfang an einzurichten, er wird auch über Mittel für öffentlichkeitswirksame eigene Aktivitäten verfügen. (pm/pif)

Weitere Informationen sind auf der Website des UNESCO-Welterbe-Büros unter wassersystem-augsburg.de zu finden.